Leos Geschichte

Unsere Buchhandlung wurde 1817 von dem Wiener Buchhändler Franz Wimmer gegründet. Sie hieß zunächst "F. Wimmer’s Buchhandlung" und befand sich in der Dorotheergasse 6, im Vorgängergebäude des heutigen Café Hawelka. Zwei Jahre später zog sie in das Haus gegenüber Dorotheergasse 5. Auch dieses Gebäude wurde inzwischen durch einen neueren Bau ersetzt.

Das Portal des früheren Gebäudes Dorotheergasse 6, in dem die Buchhandlung Leo gegründet wurde. (Foto: Albert Wimmer 1897, Wien Museum)

Und das des einstigen Hauses Dorotheerg 5, wohin die Buchhandlung bald darauf übersiedelte. (Foto: August Stauda, um 1898, Wien Museum)

Im Revolutionsjahr 1848 hatte die Firma ihr Lokal am Graben Ecke Spiegelgasse im "Lommerschen Haus" und erhielt den Namen ihres neuen Besitzers "Franz Leo". In den folgenden Jahren befand sie sich auch in der Gumpendorferstraße/Stiegengasse und der Friedrichstraße.

Das Lommersche Haus, auch genannt “Zur blauen Krone”, fotografiert von einem unbekannten Fotografen in den Jahren nach dem Auszug der Buchhandlung Leo. Heute ist an dieser Stelle die Adresse Graben 8 bzw. die verbreiterte Spiegelgasse. (Foto: Wien Museum Inv.-Nr. 93097/2, CC0)

Das sogenannte Elefantenhaus (oder “Zur goldenen Krone”) am Graben nach 1866 von Michael Frankenstein vor der Neugestaltung des Grabens. Das Lommersche Haus, in dem sich die Buchhandlung Leo befand, ist das kleinere Gebäude am rechten Bildrand. (Foto: Wien Museum Inv.-Nr. 31279, CC0)

1870 wurde der Firmenname mit dem neuen Teilhaber ("Compagnon") und späteren Inhaber Carl Konegen zu dem bis heute gültigen Namen "Franz Leo & Comp." erweitert. Unter der Leitung von Konegen, der auch den bedeutenden “Verlag von Carl Konegen” gründete, übersiedelte die Buchhandlung 1877 an die Adresse Opernring 3, in den berühmten Heinrichshof gegenüber der Staatsoper.

Der 1861-1863 von Theophil Hansen erbaute Heinrichshof an der Ringstraße gegenüber der Oper. (Foto von Oscar Kramer, privat).

1908 wurde die Firma unter dem damaligen Inhaber Victor Löcker mit dem Titel der k.u.k. Hofbuchhandlung ausgezeichnet. 1918 verkaufte Löcker sie an den Rechtsanwalt Ignaz Kafka, der 1932, in den politisch und wirtschaftlich instabilen Jahren, in Ausgleich gehen musste. 1934 wurde sie in eine Ges.m.b.H. umgewandelt und es gab wechselnde Teilhaber.

Die Buchhandlung Leo im Heinrichshof am Opernring 3 vis-à-vis der Staatsoper, ca. 1935. (Foto: privat)

Unmittelbar nach dem politischen "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 waren die jüdischen Inhaberfamilien Kafka und Rajk gezwungen, die Firma zu verkaufen. Der seit 1897 im Dienst der Firma stehende Buchhändler und Geschäftsführer Hans Remmer kaufte sie ihnen wenige Wochen später ab. Doch tragischerweise konnten nicht alle Familienmitglieder ins Ausland flüchten: Franziska Langer, geb. Kafka, und Béla Rajk wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Die Geschichte der Buchhandlung und ihrer Inhaberfamilien hat Ulla Remmer in zwei Publikationen beschrieben und aufgearbeitet: im Artikel "Die Wiener Buchhandlung Franz Leo & Comp. in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" in der Zeitschrift "Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich" (online lesbar hier, S. 23-49) und in dem Buch "Das verlorene Vis-à-Vis am Opernring" (Mandelbaum).

1950/51 musste die Buchhandlung Leo aus dem Heinrichshof ausziehen, da das Gebäude, das im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört worden war, abgerissen wurde. Der Sohn von Hans Remmer, Klaus Remmer, fand ein neues Lokal am Lichtensteg 1 (nahe dem Hohen Markt), wo sich die Firma seither befindet (dies kann hier nachgehört werden). Unter seiner und seiner Frau Hanna Remmers Leitung erhielt sie den Namenszusatz Universitätsbuchhandlung. Heute ist Franz Leo & Comp. eine Kommanditgesellschaft und im Besitz von deren Töchtern Susanne Remmer und Ulla Remmer.

Die Buchhandlung Leo nach ihrem Umzug im Jahr 1951 an den Lichtensteg 1. (Foto: privat)

Und heute am selben Ort Lichtensteg 1 an der Ecke zur Kramergasse. (Foto: privat)